Was würden wir bloß ohne unsere Ehrenamtlichen machen? Sie machen das Cradle to Cradle-Konzept in der Breite bekannt, organisieren regionale Projekte und arbeiten daran, dass ihre Region einen positiven ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Durch rund 40 Regionalgruppen ist Cradle to Cradle NGO im gesamten deutschsprachigen Raum vertreten – und wir freuen uns jedes Mal, wenn neue Aktive in ihrer Stadt aktiv für Cradle to Cradle werden wollen! 

Hier erfährst Du, wie Du eine eigene Regionalgruppe (RG) gründen kannst.

Um eine Regionalgruppe zu gründen, bist Du idealerweise schon aktives Mitglied von C2C NGO und mit Cradle to Cradle als Ansatz sowie den Aufgaben der NGO zumindest grundsätzlich vertraut. Eine Auffrischung bietet an dieser Stelle die Teilnahme bei einem unserer Starterseminare. Diese finden alle drei Monate statt und behandeln die Inhalte von Cradle to Cradle und der NGO einen Nachmittag lang sehr genau.

Am Wichtigsten ist am Anfang letztlich aber noch nicht das Wissen, sondern einfach ganz viel Motivation und Bock auf eine Veränderung nach C2C – generell und vor allem in der eigenen Region! Und Zeit, um sich ehrenamtlich dafür engagieren zu können. 

Wer nun in der eigenen Stadt eine Regionalgruppe neu gründen will, nimmt am besten zunächst Kontakt mit der Geschäftsstelle der NGO in Berlin auf. Gentry und das Ehrenamts-Team sind zuständig für die gesamte Ehrenamtsarbeit und am einfachsten per E-Mail unter ehrenamt[at]c2c.ngo erreichbar. Wer bei uns als Aktive*r angemeldet ist, kennt ihn bestimmt schon 🙂

Das Ehrenamtsreferat begleitet die ehrenamtlich Aktiven in ihrer Arbeit und stellt ihnen die Infrastruktur zur Verfügung, die zur Koordination von Projekten oder Veranstaltungen sowie für den Austausch mit den anderen Aktiven nötig ist. Unter anderem erstellt das Team für die neue Regionalgruppe eine Initiativen-E-Mail-Adresse und eine Seite auf der Webseite unseres Ehrenamts. Diese können die Regionalgruppen anschließend selbst pflegen und mit ihren Inhalten bestücken.

Jede Regionalgruppe bekommt von der NGO außerdem einen eigenen Workspace auf unserer internen Netzwerkplattform zur Verfügung gestellt. Hier kann sich intern in der Gruppe ausgetauscht oder Termine für die nächsten Regionalgruppentreffen eingesehen werden. Zudem sollte jede Regionalgruppe eine Telegram-Chatgruppe mit den aktiven Mitgliedern der Region erstellen, um sich kurzer Hand verständigen zu können.

Das Ehrenamts-Team macht außerdem ein Onboarding mit den neuen Sprecher*innen der Gruppe und spricht mit ihnen über die  Aufgaben und Herausforderungen einer Regionalgruppen und ihren Mitgliedern.

Mit der neu erstellten E-Mail Adresse können die Sprecher*innen bzw. Gründer*innen der Regionalgruppe nun andere Aktive von C2C NGO aus der Region anschreiben und nachfragen, wer noch Lust hat, in der Regionalgruppe mitzuwirken. 

Das kann zu Beginn eine eher überschaubare Anzahl an Menschen sein. Das ändert sich aber in der Regel im Laufe der Zeit und mit steigender Anzahl der Projekte und Aktionen vor Ort. Die Sprecher*innen werden vom Ehrenamts-Team benachrichtigt, wenn sich neue Aktive in der Region angemeldet haben oder wenn es Kündigungen gab. Darüber hinaus ist die Pflege einer übersichtlichen Mitgliederliste allerdings Aufgabe der Sprecher*innen. Um neue Mitglieder zu gewinnen und die RG vor Ort bekannter zu machen, begleitet das Team um Gentry die neue Regionalgruppe auch bei ihrer offiziellen Kick-Off Veranstaltung.

Kick-Off

In Zusammenarbeit mit dem Ehrenamtsreferat kann für jede neu gegründete Regionalgruppe ein Kick-Off organisiert werden. Dabei werden zum einen das Cradle to Cradle-Konzept sowie die Bildungs- und Vernetzungsarbeit der NGO vorgestellt.  Zudem sammeln die Teilnehmenden erste Denkanstöße und Ideen, wie aus ihrer Region eine Cradle to Cradle-Region werden kann und haben die Gelegenheit, sonstige Fragen mit Gentry oder den Gründer*innen zu klären. 

Die Geschäftsstelle in Berlin stellt für den Kick-off Material wie eine Vorlage für eine Presseeinladung oder Plakate zur Ankündigung zur Verfügung und berät die Gründer*innen bei der Erstellung von Social Media-Kanälen. Vor und während des Kick-offs können sich die (künftigen) Sprecher*innen der Regionalgruppe bereits mit ihrer ersten Aufgabe warm machen: Begeisterte Menschen durch Werbung in der Region und der Stadt zu gewinnen, die an der Kick-Off-Veranstaltung teilnehmen möchten und dann vielleicht schon bald als Mitglieder bei ersten Projekten in der Region mitwirken.

Regionalgruppentreffen

Nach dem Kick-off kann es richtig losgehen. Die ersten Mitglieder können sich entweder beim Kick-off selbst oder bei einem ersten Treffen im Anschluss zum ersten Mal persönlich kennenlernen und sich über ihre Cradle to Cradle-Erfahrungen austauschen. Besonders schön ist das natürlich bei einem Bierchen und Face to Face. Corona-bedingt finden diese Treffen aber leider momentan nur online, zum Beispiel über Zoom, statt. 

Die Gründer*innen der Regionalgruppe sollten sich natürlich schon einmal Gedanken machen, was in den ersten Meetings ungefähr besprochen werden sollte. Dies ist gerade am Anfang wichtig, wenn es noch wenige oder gar keine Anhaltspunkte zu C2C in der Region gibt und eine Regionalgruppe komplett bei Null startet.

Vor dieser Herausforderung stand zum Beispiel auch die 2020 neu gegründete Regionalgruppe Köln. Also wurde eine Maßnahmenliste erstellt, die alle Mitglieder ausfüllen können: Was könnte man in der Region machen? Wer kümmert sich darum? Was brauchen wir dafür? Wobei kann die Geschäftsstelle in Berlin helfen? Wo genau kann man in Köln mit C2C ansetzen? Diese Fragen haben sich die Gründer der RG Köln gestellt und dann im ersten Meeting an die Mitglieder der RG weitergegeben.

Allerdings sollten nicht alle Aufgaben an den Gründer*innen der Gruppe hängen bleiben. Trotz großem Engagement und der Motivation, etwas Gutes zu tun, sind letztlich alle Aktiven Ehrenamtliche, die sich in ihrer Freizeit für C2C einsetzen. Daher sollte eine faire Rollenaufteilung in der Gruppe stattfinden.

Jede Regionalgruppe braucht ein bis zwei Sprecher*innen, die an den monatlichen Plenumskonferenzen teilnehmen und darüber im Austausch mit der Geschäftsstelle in Berlin stehen. Das müssen aber nicht zwingend diejenigen Personen sein, die die Regionalgruppe gegründet haben. Der Posten kann auch an ein anderes Mitglied abgegeben werden. Ideal ist es, wenn die Rolle der Sprecher*innen nicht allzu häufig wechselt. Ergänzend können auch weitere Rollen innerhalb der Regionalgruppe aufgeteilt werden, wie zum Beispiel Podio-Beauftragte oder RG-Influencer*innen, die die eigenen Social Media-Kanäle der Gruppe betreuen.

Wie oft und regelmäßig Meetings stattfinden sollen, kann jede Gruppe selbst entscheiden. Es empfiehlt sich jedoch ein Rhythmus von ein bis zwei Wochen, damit in der Zwischenzeit an Projekten weitergearbeitet werden kann, aber dennoch ein regelmäßiger Austausch stattfindet, der alle Mitglieder auf dem Laufenden hält. Außerdem sollten die Meetings nicht zu weit auseinander liegen, damit neue Mitglieder immer gut auf dem Weg abgeholt werden können.

Cradle to Cradle in der Corona-Zeit

In Zeiten von Corona ist eine Neugründung einer Initiative natürlich eine besondere Herausforderung – aber mit genügend Motivation und Engagement ist das auf jeden Fall zu schaffen!

Die Regionalgruppe Köln hat zum Beispiel im November 2020 mitten im Lockdown gestartet. Wie die Gründer erzählen, war es unter diesen Umständen eine besondere Herausforderung, öffentlichkeitswirksam für C2C und die Regionalgruppe zu werben. Aber es bleibt die Hoffnung, dass im Frühjahr und Sommer wieder mehr Bewegungsfreiheit möglich ist und die Mitglieder der Gruppe dann auch Messen und größere Veranstaltungen besuchen können. Bis dahin versuchen sie, ihr Netzwerk in Köln und Umgebung auszubauen und größer zu machen, um neue Mitglieder zu gewinnen. Was sie in ihrer Gründungszeit gelernt haben: Das Wichtigste ist ein möglichst großes Netzwerk in allen Bereichen der Gesellschaft (Familie, Freund*innen, Nachbar*innen), um auf diesem Weg die Leute für C2C zu begeistern.

Trotz Corona versuchen die Kölner Aktiven gleichzeitig, erste Projekte anzugehen. Unter anderem, indem sie mit anderen Organisationen aller Art (Politik, Wissenschaft, NGOs, ähnlichen Initiativen, …) sprechen und die Gelegenheit nutzen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und die Cradle to Cradle-Ziele mit in ihre Arbeit einfließen zu lassen.  

Eine Regionalgruppe zu gründen ist zwar ein großer Schritt auf dem Weg zu einer Cradle to Cradle-Welt und kann viel Veränderung in die richtige Richtung in Deiner Region bedeuten. Aber keine Angst: Du bist nicht auf Dich allein gestellt! GEMEINSAM aktiv sein ist das Zauberwort! Regelmäßig finden Check-Ins mit dem Ehrenamtsreferat in Berlin statt, und auch unabhängig davon sind Fragen jederzeit willkommen. Bei den Plenum Monatskonferenzen können sich die Sprecher*innen außerdem über ihre Erfahrungen und Herausforderungen austauschen und sich gegenseitig helfen! 

Wenn Du auch in Deiner Stadt aktiv an Cradle to Cradle-Projekten mitmachen möchtest, dann tritt doch einer unserer Regionalgruppen bei! Eine Übersicht aller Initiativen findest Du auf unserer Ehrenamtswebseite

… Und wenn es für Deine Stadt noch keine Regionalgruppe gibt, dann gründe doch einfach Deine eigene!

Noemi Pohl, RG Köln und Praktikantin im NGO Head Office