Cradle to cRadle

junger weißer Mann jongliert mit braunen Kugeln

UMGESTALTEN

DAS C2C DESIGNKONZEPT

Um unser Klima- und Ressourcenproblem langfristig zu lösen, müssen wir Menschen umdenken und umgestalten. Das C2C Designkonzept ist die Anleitung dafür. Es ist natürlichen Kreisläufen nachempfunden, in denen jeglicher Abfall Nährstoff für etwas Neues ist. Cradle to Cradle berücksichtigt alle ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte von Produkten bereits in der Planungsphase. Dabei kommen ausschließlich kreislauffähige Materialien zum Einsatz, die für den konkreten Zweck eines Produkts geeignet sind. 

 

Von zentraler Bedeutung ist die Unterscheidung in Verbrauchsprodukte und Gebrauchsprodukte. Die Bestandteile von Verbrauchsprodukten gelangen bei der Nutzung zwangsweise in die Biosphäre. Sie müssen daher komplett biologisch abbaubar sein. Das gilt zum Beispiel für Reinigungsmittel, Kosmetika oder Medikamente. Bestandteile von Gebrauchsprodukten, die nicht in die Biosphäre gelangen, können endlos in technischen Kreisläufen zirkulieren. Dafür müssen sie sortenrein trennbar sein, so dass sie bei mindestens gleichbleibender Qualität recycelt und zum Nährstoff für etwas Neues werden können. Etwa ein Fensterrahmen oder ein technisches Gerät. Diese Produkte sind Materialbanken, da ihre Ressourcen ihren Wert erhalten und immer wieder verwendet werden können. Produkte können auch Materialien beider Kreisläufe enthalten: Der Abrieb eines Fahrradreifens muss für die Biosphäre geschaffen sein, der Rahmen für die Technosphäre. Neue, zirkuläre Geschäftsmodelle wie Produkt-Service-Systeme unterstützen die Kreislaufführung von Produkten der Technosphäre. 

 

Ob Materialien für ein Produkt geeignet sind, hängt also stets von der geplanten Nutzung ab. Daher muss jedes Produkt individuell für diese Nutzung designt sein und die verwendeten Materialien dafür definiert werden. So entsteht dieselbe Vielfalt wie in natürlichen Ökosystemen – und die sind produktiv, gesund und widerstandsfähig. 

 

Sämtliche Produkte müssen ausschließlich mit erneuerbaren Energien aus kreislauffähigen Anlagen hergestellt werden. Denn die Energie der Sonne ist im Überfluss vorhanden, doch die Rohstoffe, die für ihre Umwandlung in Strom benötigt werden, sind es nicht. Auch Wasser ist eine wertvolle und knappe Ressource, weshalb es Fabriken in mindestens der gleichen Qualität wieder verlassen muss. Cradle to Cradle berücksichtigt außerdem nicht nur ökologische Probleme, sondern ihren Zusammenhang mit ökonomischen und sozialen Herausforderungen: Durch faire und menschenwürdige Arbeitsbedingungen entlang aller Wertschöpfungsketten. 

 

Wir dürfen nicht nur die negativen Nebenwirkungen unseres Handelns abschaffen oder verringern, sondern müssen positive Wirkungen schaffen und verstärken. Umgestalten heißt daher: Wir designen alles anders, schaffen zirkuläre Geschäftsmodelle und definieren damit neben Produktion auch Konsum neu.

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KREISLÄUFE
BIOSPHÄRE

In der BIOSPHÄRE zirkulieren Materialien im kontinuierlichen biologischen Kreislauf. Jeglicher Abrieb oder Verlust muss zu 100% biologisch abbaubar sein – nur so dient er der Biosphäre als Nahrung: von synthetischen Textilien über Verpackungen und Kosmetik bis zu Auto- und Fahrradreifen. Kompostieren ist gut – Abfall als Nährstoff zu betrachten noch besser. Wenn Seife nicht nur unsere Haut reinigt, sondern auch unser Wasser sauber hält, ist Cradle to Cradle Realität.

TECHNOSPHÄRE

In der TECHNOSPHÄRE zirkulieren Materialien in kontinuierlichen technischen Kreisläufen. Rohstoffe für die Technosphäre stehen begrenzt auf der Erde zur Verfügung. Deshalb müssen sie in gleichbleibend hoher Qualität erhalten werden. Auch nachwachsende Rohstoffe können in der Technosphäre zirkulieren, bevor sie wieder Nährstoff werden. Alles kann so hergestellt werden, dass die eingesetzten Materialien mit geringem Aufwand voneinander getrennt werden können. Design für Demontage, nie wieder Rohstoffmangel – dank Cradle to Cradle.