Unter dem Motto “Weniger schlecht ist nicht gut” trafen sich am 23.6.2015 über 30 Interessierte verschiedener Alters- und Berufsgruppen auf dem Dach der Architekturfakultät der Technischen Universität München, um mehr über die Arbeit der Regionalgruppe und die Ziele von Cradle to Cradle e.V. zu erfahren.

Nach einem einführenden Impulsvortrag der Gruppenmitglieder wurden bei gemütlicher Atmosphäre Produkte und Ideen vorgestellt, über Probleme diskutiert und Kontakte geknüpft.

Gemeinsam machte man sich Gedanken dazu, welche Prozesse und Produkte nicht nur weniger schlecht, sondern wirklich gut gemacht werden können. Dabei kam es zu spannenden und sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Ein häufiger Ansatz der Teilnehmer war es, effizienzsteigernde Methoden anzuwendnen. Lastwagen nicht leer fahren zu lassen, zum Beispiel, Verpackung zu verringern oder wegzulassen und andere Ansätze, die von Umweltschützern und Unternehmern bereits weitgehend angewendet werden.

Diese Ideen wurden aufgegriffen und in einer kleinen Gruppe besprochen. Kann man hier bereits von Öko-Effizienz sprechen? Wie können diese Probleme wirklich an der Wurzel gepackt werden, so dass eine wirklich Cradle to Cradle-inspirierte Idee entsteht?

Andere Vorschläge, die gesammelt wurden, näherten sich dem Kern der Idee und zeigten auf, dass das Thema der Veranstaltung gut verstanden wurde. Ein Gast beobachtete das Problem des Abriebs von Fahrrad- und Autoreifen. Verschleiß von Gummi ist eine bekannte Tatsache, wird aber von den Herstellern beim Design des Produkts ignoriert. Ein Reifen, der von Vornherein dazu entwickelt wurde, mit der Umwelt zu interagieren, könnte aus einem biologisch abbaubaren Material bestehen und der Natur die ihr entnommenen Rohstoffe wieder zurückgeben.

Greeenwashing und minimale, aber teure Effizienzsteigerung bei manchen Unternehmen wurden ebenfalls angeprangert. Konzerne, die um der Corporate Identity willen an einigen Stellen Energie und Rohstoffe sparen ohne grundlegende Probleme der Produktion zu lösen, würden nicht im Geist einer nachhaltigen und öko-effektiven Wirtschaft agieren.

Die Gruppenmitglieder blieben bis zuletzt, um interessierten Gästen die vorgestellten Produkte zu erklären, Auskünfte über ihre Arbeit und Motivation zu geben und Fragen zu beantworten.

Die Veranstaltung wurde vom bunt gemischten Publikum gut aufgenommen und der offizielle Teil endete um ca. 20:00, was Gelegenheit hab, bei noch strahlender Sonne gemeinsam auf der Dachterrasse des benachbarten Cafés ins Gespräch zu kommen.

Augenscheinlich hat diese Informationsveranstaltung ein Bedürfnis vieler Münchner gedeckt, die mehr über alternative, abfallfreie Wirtschaftssysteme erfahren wollen. Das Netzwerk der Akteure in der Stadt wurde gestärkt und die lokale Arbeitsgruppe des Vereins konnte einige Interessenten gewinnen.

Christina Risinger (RG München)

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