Autor*innen: Judith Schulte (FöJ bei C2C NGO), Sarah T., Natascha M, Lennart G. (Bündnis Wasser) und weiterem Input aus dem Ehrenamt
Was passiert, wenn Ehrenamtliche aus verschiedenen Berufsfeldern und Altersgruppen derselben NGO in Berlin zusammenkommen, um gemeinsam kreative Ideen und mutige Lösungen zu finden? Die Antwort gab das Plenum-Jahreskonferenz-Wochenende: drei Tage mit 37 Aktiven voller Impulse, Begegnungen und Momente, die zeigen, was passiert, wenn Technik, Natur und Gestaltung zusammen gedacht werden.
Vom Blick hinter die Kulissen des Berliner Wassersystems über Innovationen aus Pilzen bis hin zu inspirierenden Gesprächen und Inputs im C2C LAB: Jede Station öffnete neue Perspektiven darauf, wie wir Materialien, Räume und Prozesse so gestalten können, dass sie einen positiven Beitrag leisten. Die folgenden Eindrücke dokumentieren dieses gemeinsame Wochenende.
Zwischen Tiefe, Technik und Zukunft – Einblick in das Wasserwerk Tegel in Berlin
Die Besichtigung des Wasserwerks Tegel, eines von neun Wasserwerken in Berlin, bot einen tiefen Einblick in ein umfassendes Versorgungssystem. Aus bis zu 650 Brunnen in Berlin (25–150 m Tiefe) wird das gewonnene Grundwasser durch Belüftung oxygeniert, wodurch Eisen und Mangan ausgefällt und in biologischen Sandfiltern entfernt werden. Über ein Leitungsnetz von rund 8.500 km wird so rund um die Uhr Trinkwasser für etwa vier Millionen Menschen bereitgestellt. Rund ein Viertel der Stadtfläche ist als Wasserschutzgebiet mit den Zonen I–III ausgewiesen – ein Schlüssel für die hohe Versorgungsqualität und ein Grund für Berlins Ruf als eine der grünsten Städte Deutschlands.
Es wurde deutlich, mit welcher strategischen Weitsicht schon heute an die Herausforderungen der Zukunft im Sinne der Circular Economy gedacht wird. Unser Dank gilt Herrn Dirk B., für diese außergewöhnliche und zukunftsorientierte Einführung – ein wunderbarer Auftakt zur Bündnis Wasser Gründung, die erst diesen Sommer erfolgte.
Besuch bei MAD – Innovation aus Pilzen
Im MotionLab (ADM Gebäude) am Alexanderplatz präsentierte das Startup MAD seine innovative Idee: Klettergriffe aus Myzel, dem Wurzelgeflecht von Pilzen.
Die Gründerinnen Marta und Manuela möchten mit ihren Myzel-Produkten die Kletterbranche nachhaltig verändern. Sie zeigten uns ihre bereits hergestellten Prototypen und erklärten deren Entwicklung. Die Myzelien werden zuerst wie Weihnachtsgebäck in Formen herangezogen. Das Wachstum kann nur durch Wärme gestoppt werden. Um das Wachstum gänzlich zu stoppen, wird eine Oberflächenbeschichtung aufgetragen.
Die Myzelien besitzen sogar Selbstheilungseigenschaften! Im Baubereich ist das eine Chance, beschädigte Oberflächen wieder zu reparieren. Wer sich für Myzelien im Bausektor interessiert, kann sich hier inspirieren lassen.
Die Gründerinnen arbeiten bereits an weiteren Projekten, um Myzel noch vielseitiger zu nutzen. Es sollen funktionale Produkte entstehen, die gleichzeitig preislich wettbewerbsfähig bleiben, da Kletterhallen auf kosteneffiziente Lösungen angewiesen sind. Ihr Ziel ist es, eine biobasierte Pigmentierung und Oberflächenbeschichtung zu realisieren, womit eine Cradle to Cradle-Zertifizierung zu erreichen wäre.
Nach diesem Einblick trafen sich am Abend alle wieder im C2C LAB. Neu angereiste Aktive wurden begrüßt, es gab ein Kennenlern-Bingo und ein gemeinsames Potluck-Dinner. Zudem bestand die Möglichkeit, Kurzfilme zu Waldbränden, linearer Wirtschaft und Ölförderung anzuschauen.
Tag 2: Tiefer eintauchen
Am zweiten Tag waren alle 37 Teilnehmenden angekommen. Ein kurzer Energizer half, Gemeinsamkeiten zu finden und sich dadurch besser kennenzulernen: gemeinsame Lieblingsfarben, Reiseträume oder die Vorliebe für Rotwein wurden besprochen.
Dann folgte der erste größere Input – Tim Janßen gab einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der C2C NGO und sprach über die nächsten Schritte für das Jahr 2026. Es fanden ausführliche Austauschrunden zur Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt statt.
Anschließend folgte die Vorstellung des Arbeitskreises Seminare. Die Sprecher*innen der Regionalgruppen und Bündnisse präsentierten ihre Initiativen und Herzensanliegen.
Nach einer gemeinsamen Brotzeit stellten sich die Teilnehmenden der sogenannten „Hotseats“ vor. Dieses Jahr gab es erstmals 15 statt 5 Hotseats – nicht nur für Sprecher*innen von Regionalgruppen und Bündnissen, sondern für alle interessierten Ehrenamtlichen. So kamen neue und langjährige Aktive vermehrt miteinander in Kontakt.
Am Nachmittag führte Martin Neumann aus dem Hauptamt die Gruppe durch das LAB. Es gab zwei Rundgänge: einen für alle, die zum ersten Mal im LAB waren, und einen zweiten durch das im Aufbau befindliche LAB. Dabei beantwortete Martin viele Fragen zu benutzten Materialien im Bau und ihrer Beschaffung.
Ein gemeinsamer Abend
Nach diesem intensiven Tag ging es zum Restaurant „The Tiger“. Danach ließ die Gruppe den Abend auf dem Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei ausklingen. Einige wagten sich sogar noch auf das Kettenkarussell. Ein fröhliches letztes Highlight dieses langen Tages.
Tag 3: Tanzbereich des Ehrenamts, Updates und Ideenwerkstatt
Der letzte Tag der Plenumjahreskonferenz begann mit einer wohltuenden Yoga-Einheit, angeleitet von Lara. Die ruhige Atmosphäre gab Kraft und half dabei, mit einem klaren Kopf in den Tag zu starten.
Im Anschluss führte Caro in den Tanzbereich des Ehrenamts ein. Sie zeigte, wie vielfältig sich Freiwillige einbringen und ihre Initiativen sichtbar machen können. Viele, die schon lange aktiv sind, entdeckten hier neue Wege, um sich zu vernetzen und die Wirkung der Initiativen zu entfalten.
Danach hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre eigenen Projekte und Initiativen vorzustellen. Das C2C-Wiki wurde ins Gespräch gebracht. Zusätzlich wurde die Idee vorgestellt, ein Schulstunden-Format mit C2C-Inhalten zu erarbeiten. Auch das neu gegründete Bündnis Regeneration stellte sich vor.
Nach einer Kaffeepause mit Zimtschnecken und veganen Muffins, konnten die Aktiven sich in kleinen Gruppen zusammenfinden. Dort wurden Ideen geteilt, gebrainstormt und neue Formate, nächste Schritte und Projekte geplant. Danach gab es noch eine Fotosession – mal zu zweit, mal in kleinen Teams, mal allein.
Zum Abschluss kam die Gruppe zu einer offenen Feedbackrunde zusammen. Diese Reflexion machte deutlich, wie viel Energie und Vertrauen in den vergangenen Tagen gewachsen waren.


